Comfy ist das neue Sexy: Charlotte Adam bezirzt mit HANRO

2015 zeigte „Fifty Shades of Grey“, dass ein weißer Slip mehr Spannung erzeugen kann als jede offensichtliche Verführung. Zwischen Hochglanzfantasie, Machtspiel und Luxusästhetik tauchte damals auch HANRO auf. Mit einem – richtig geraten! – weißen Baumwollschlüpfer. Ein kurioser Einfall des Wardrobe Departments, der sich für HANRO auf jeden Fall ausgezahlt und in die Popkultur gebeamt hat.

Bequem ist nicht das Gegenteil von Begehren

Mit diesem Esprit übersetzt die österreichische Traditionsmarke dieses Prinzip in die Gegenwart. Gemeinsam mit der Berliner Künstlerin Charlotte Adam wurde im Château Royal in Berlin die Capsule Collection HANRO X ADAM lanciert.

Loungewear ist ein Lifestyle-Code geworden. Die zwölfteilige Unisex-Linie spielt mit Matrosenkragen, klaren Farben wie Cherry Red, Estate Blue oder Branch Green sowie Proportionen, die über reine Nachtwäsche hinausgehen. Das Entscheidende ist aber nicht nur der Look, sondern die Botschaft dahinter: Der Körper soll nicht geschniegelt werden, sondern sich gut fühlen.

In einer Zeit, in der Modemarken permanent zwischen Performance, Hypersexualisierung und Wellness pendeln, ist das ein entspannter Move.

Von Arthur Arbesser zu Charlotte Adam

Spannend ist auch, dass diese Kooperation kein Zufallstreffer ist, sondern Teil einer größeren Strategie. HANRO atelier wurde als Plattform für künstlerische Kollaborationen aufgebaut – eine Art kreatives Labor zwischen Handwerk, Heritage und neuer Bildsprache.

Die erste Edition entstand Ende letzten Jahres mit dem international erfolgreichen österreichischen Designer Arthur Arbesser, dessen Capsule Collection grafische Klarheit und luxuriösen Komfort vereinte.

Charlotte Adam führt diesen Kurs nun weiter, nur poetischer, verspielter und emotionaler. Ganz nach ihrer eigenen Designhandschrift, die uns in eine andere Welt holt. Dabei ist Adam keine klassische Modedesignerin, sondern eine figurative Künstlerin, die Mode als erweiterten Bildraum versteht und Einflüsse aus Popkultur, Interior und Design in eine größere visuelle Erzählung übersetzt.

„Souvenirs“ für die Wäschelade

Der Name der limitierten Kollektion lautet „Souvenirs“.

Es geht hier nicht um Erinnerungsstücke im banalen Sinn, sondern um Stimmungen, Reisebilder, Farbfragmente und kleine Beobachtungen. Charlotte Adam arbeitet genau mit solchen visuellen Splittern. Ihre Motive wirken wie Fundstücke aus einem Sommer zwischen Seaside, City und Countryside: ein bisschen 60s, ein bisschen nostalgisch, ein bisschen Wes-Anderson-Aesthetic.

Das Matrosenhemd ist eines der stärksten Pieces der Kollektion: für sie, für ihn, für alle, die keine Lust auf starre Dresscodes haben und Mode mit Augenzwinkern verstehen.

Trotz der Retro-Referenzen holt es sich einen Schuss Unisex à la 90er an Bord.

Denn diese Kollektion versteht Unisex nicht als PR-Vokabel, sondern als gesellschaftliches Statement. Es erinnert an eine Modezeit, in der Lässigkeit, Androgynität und Komfort längst sexier waren als jedes überinszenierte Rollenbild.

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