Hoher Besuch in Berlin: Die Prinzipien der Alexandria Ocasio-Cortez

Berlin hat, wie kaum eine andere Stadt Deutschlands, eine Geschichte von Besuchen berühmter US-Politiker. Man denke nur an den legendären Besuch von John F. Kennedy im Jahr 1963, dessen berühmter Satz „Ich bin ein Berliner“ den Lebensstil und das Image des westlichen Teils der Stadt nach dem Krieg prägte.

Solche Besuche blieben stets über Jahre hinweg als denkwürdige Ereignisse im Gedächtnis, denn vielversprechende Persönlichkeiten wie Kennedy repräsentieren eine neue Geschichte, die mit großem Interesse von Menschen verfolgt wird, vor deren Augen sich die Bilder der Zeit wandeln.

So landete am Sonntag, dem 15. Februar, zum ersten Mal eine neue Geschichte im Entstehen in der Hauptstadt: die junge US-Kongressabgeordnete des 14. Wahlbezirks von New York City, Alexandria Ocasio-Cortez.

Als Schlüsselfigur des jungen Sozialismus, bekannt für ihre prinzipientreue Haltung, ihre Durchsetzungskraft und ihre Nähe zu den Wählern, füllte sie nach ihrem Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz den Saal der Technischen Universität Berlin.

Die Veranstaltung im fast theaterähnlichen Audimax löste einen regelrechten Ansturm aus: Die Studententickets waren sofort ausverkauft, doch ich besuchte das Treffen als Journalist für EntreNous – im Herzen jedoch auch als Student.

© Khyrill Dhorokov

Im Großen und Ganzen kam die Kongressabgeordnete, um Unterstützung bei den europäischen und insbesondere den deutschen Linksparteien sowie im studentischen Umfeld zu suchen, aber auch um die mittlerweile etwas frostigen transatlantischen Beziehungen mit dem Bekenntnis zu gemeinsamen Werten zu fördern.

Well to me, peace… you know, of course there is the long-held adage that peace is not the absence of violence but the presence of justice.

— auf die Frage, was für sie Frieden bedeute.

Übrigens war die Wahl einer technischen Universität eine Art „homecoming“ für die Politikerin.

2007 nahm Alexandria Ocasio-Cortez als High-School-Schülerin an einer internationalen Wissenschaftsmesse teil, bei der sie in einem Forschungsprojekt untersuchte, wie Antioxidantien die Lebensdauer von Modellorganismen beeinflussen können. Diese Entdeckung brachte der jungen Studentin aus einer puerto-ricanischen Familie eine Auszeichnung bei der internationalen Wissenschaftsmesse Intel ISEF ein.

Zur Anerkennung ihrer frühen Leistungen wurde 2010 ein Asteroid nach ihr benannt. Noch heute trägt er die Bezeichnung 23238 Ocasio-Cortez – ein symbolischer Hinweis darauf, wie weit ihr Weg führen sollte.

Doch betrachtet man ihr preisgekröntes Projekt als Metapher, stellt sich eine andere Frage: Welches universelle „Antioxidans“ bewahrt AOC ihren eigenen Stil, ihre Energie und Gesundheit und zugleich das Wohlergehen jener Menschen, deren Gegenwart und Zukunft in den Händen politischer Entscheidungen liegen?

Angesichts des aktuellen politischen Klimas in den USA liegt noch ein weiter Weg vor ihr.

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