Meine 3 liebsten Städte für Kurztrips in Europa und „Insider-Tipps“ dazu

Nur 72 Stunden Zeit, um eine neue Stadt zu entdecken? Dann ist man mit kleineren Städten besser dran, als mit großen, wie Paris oder London. Sicher können Metropolen auch ihren Reiz haben, doch ist man damit meistens überfordert, wenn man sie das erste Mal besucht. Deswegen eignen sich die kleinen, ruhigeren Städte umso besser. Schließlich möchte man auch ein wenig Entschleunigung neben den vielen neuen Eindrücken mit nach hause nehmen.

1. Antwerpen

Die Diamantenstadt hat keinen öffentlichen Flughafen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum sie (noch) nicht, wie Amsterdam oder Barcelona vom Airbnb Tourismus überrannt wurde.

Doch die Anreise ist nicht schwer: Bis Brüssel fliegen und dann am Flughafen in einen der Regionalzüge mit Ziel Antwerpen einsteigen. Knapp eine Stunde später, nachdem man die schöne Landschaft Flanderns durchquert hat, steigt man am alten, wunderschönen Hauptbahnhof aus und schon kann es losgehen.

kurztrip nach antwerpen
Der Bahnhof von Antwerpen.

3 Tipps für Antwerpen:

  1. SEHEN: Die berühmten „Antwerp Six“ (u.a. Ann Demeulemeester, Dries van Noten, Walter van Beirendonck) haben an der Royal Academy of Fine Arts studiert. Das ist aber noch nicht alles! Denn die Belgier:innen sind modeaffin. Auch Raf Simons oder Martin Margiela haben hier ihre Wurzeln. Was anderswo die Fashion Week, ist in Antwerpen die jährliche Show der Modeklassen der Royal Academy of Fine Arts (im Juni) für die man Tickets kaufen kann. Wer es nicht schafft, der ist mit einem Besuch im berühmten MoMu Fashion Museum Antwerp gut beraten. Es gab dort noch keine Ausstellung, die mich nicht fasziniert hat.
  2. ESSEN: Pommes. Ja, Pommes frites. In keinem anderen Land huldigt man der geschnitzten Kartoffel so sehr wie hier. Kein Wunder, schließlich wurden Pommes frites (angeblich) auch in Belgien erfunden. Das ursprüngliche Arme-Leute-Essen, das zur Fast Food Beilage degradiert wurde, ist in Antwerpen im FRITES ATELIER aus der Fritteuse gehoben und zu einer Delikatesse erhoben worden. Nirgendwo findet man das goldgelb Frittierte so hingebungsvoll zelebriert wie hier.
  3. ERLEBEN: Ein Technik-Juwel sind die hölzernen Rolltreppen im Sint-Annatunnel, der die Durchfahrt unter dem Fluss Schelde möglich macht. Die Rolltreppen sind heute noch im Originalzustand in Betrieb und transportieren jeden Tag die pendelnden Antwerpener:innen. 1931 wurden die Rolltreppen installiert. Man kann sich, wenn man einmal darauf steht lebhaft vorstellen, wie viele Generationen hier schon gefahren sind.

2. Prag

Oh Prag! Eine meiner liebsten Städte überhaupt, die bei mir sofort Heimatgefühl aufkommen lassen. Vielleicht sind es meine tschechischen Wurzeln, vielleicht die wunderbar gotische Architektur, die auf den Art Deco Stil eines Alfons Mucha trifft. Wer sich abseits der Trampelpfade und Bachelor:ette Parties auf seine eigene Reise macht, wird nicht enttäuscht werden. Dafür hat Prag und seine Geschichte viel zu bieten.
Mein Transportmittel der Wahl in Prag: Uber. Hier ist es wirklich günstig.

prag insider tipps
Zum immer und immer wieder neu verlieben: Prag.

3 Tipps für Prag:

  1. SEHEN: Eines meiner liebsten Museen überhaupt? Die National Gallery Prague. Sie ist die zweitälteste Galerie Europas – nach dem Louvre in Paris.
    Besonders der 3. Stock hat es mir angetan. Dort wird ein Querschnitt der europäischen und tschechischen Kunstgeschichte gezeigt, der bis zum 2. Weltkrieg reicht. In den anderen Stockwerken befinden sich meist zeitgenössische Ausstellungen, welche die imposante Kulisse des 60er Jahre Baus der ehemaligen sowjetischen Handelskammer nutzen.
    Wer dann noch nicht genug von Kunst hat, dem kann ich die neu eröffnete Kunsthalle Praha empfehlen, welche einen Steinwurf von der Innenstadt entfernt eröffnet hat.
  2. ESSEN: Mich nur auf einen Tipp zu beschränken, fällt mir in Prag wirklich schwer. Aber wenn, dann kann ich Eska Karlin im 8. Bezirk – vor allem zum Brunchen – empfehlen. Hier komme ich oft her, wenn ich in der Stadt bin. Die offene Küche, das frisch gebackene Brot und die außergewöhnlich kreative Küche des innovativen Bistro-Konzepts sind auch immer noch ein heißer Tipp in Prag.
  3. ERLEBEN: Die Moldau kann man (in einem Bereich) per Tretboot befahren. Wer Glück hat, der erwischt auch ein kitschiges Schwanen-Tretboot. Im Sommer sollte man damit unbedingt an einem lauen Abend über den Fluss schippern und die erleuchtete Prager Burg sowie die Karlsbrücke von ganz anderer Perspektive sehen. Den Bootsverleih findet man, wenn man entlang der Uferpromenade stadtauswärts spaziert. Adresse: Slovanský ostrov, Praha 1
Die National Gallery Prague ist die zweitälteste Galerie Europas nach dem Louvre in Paris.
Sommerliebe: Tretbootfahren auf der Moldau.

3. Graz

Wenn ich nicht in Wien wohnen würde – ich würde mir Graz aussuchen. Die Stadt ist durch seine Nähe zu Italien und der Weinregion der Südsteiermark ein absolutes Paradies. Ich liebe die alten Häuser, die ihre Holzläden noch behalten haben, die Kunstliebe der Grazer:innen und ihren Sinn für Design, die jenen vom Rest Österreichs weit voraus sind.

Der Friendly Alien das Kunsthaus Graz schlängelt sich an der Mur entlang. 2023 wird er 20 Jahre alt. Das Jubiläum wird mit besonderen Ausstellungen gefeiert.

3 Tipps für Graz:

  1. SEHEN: Klagenfurt hat seinen Lindwurm, Graz den „Friendly Alien“. Damit ist das Skulptur-Gebäude von Peter Cook und Colin Fournier gemeint, welches das Kunsthaus Graz beherbergt. Hier finden ständig wechselnde Kunst-Ausstellungen statt, die im Jubiläumsjahr 2023 noch einmal zur Höchstform auflaufen. So darf man sich ab September auf eine Ausstellung von der Arbeit „Wall“ des 2007 verstorbenen Concept Artist Sol LeWitt freuen, die mit Arbeiten anderer Künstler:innen in Kontext gesetzt wird.
  2. ESSEN: Die Eisperle ist eine Grazer Institution. Hier ist Eis nicht Eis, wie man es sonst überall kennt. Sorten werden bei der Eisperle zu geschmackvollen Geschichten, die Kopfkinostoff mitliefern: Cashew Dream oder Lavendel Fruit Twist? Die Sorten wechseln oft – einfach überraschen lassen. Als 1. veganer Eissalon in Graz hat die Eisperle mittlerweile drei Filialen in der Stadt.
  3. ERLEBEN: Wer Graz schon kennt, der sollte gleich „nebenan“ zum Thalersee fahren. War dort einst Arnold Schwarzenegger Bademeister, ist heute am Ufer des kleinen Sees das 2022 neu eröffnete Waldcafé Thalersee, das von den Besitzern des Wirr und des Adlerhofs (aus Wien) betrieben wird. Dort kann man an den Uferterrassen nicht nur den Sonnenuntergang beobachten, sondern auch im Stock darüber in eines der Gästezimmer ziehen.
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