The Real privilege is to disappear from Social Media: Eine philosophische Reflexion

In einer Welt, die ständig miteinander verbunden ist, erscheint der Gedanke, von Social Media Abstand zu nehmen, fast wie ein Luxus. Social Media ist inzwischen nicht nur ein Werkzeug zur Kommunikation, sondern ein grundlegender Bestandteil unseres Lebens geworden.

Warum wir uns ein Leben ohne Social Media kaum vorstellen können

Philosophisch gesehen, hat Social Media in den letzten Jahren die Art und Weise verändert, wie wir uns selbst definieren, Informationen konsumieren und Beziehungen pflegen. Der Philosoph Mark Fisher sagte einst, dass es „leichter ist, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus“. Ähnlich ist es mit Social Media: Es fühlt sich an, als sei diese digitale Welt unveränderlich. Sie hat sich in unser Leben eingeprägt – und auszutreten scheint fast unmöglich.

leichter ist, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus“.

– Mark Fisher

In einer Gesellschaft, in der jeder scheinbar online ist, ist das Verlassen von Social Media eine radikale Entscheidung, die nach Privilegien klingt. Für viele ist Social Media eine Notwendigkeit, sei es für den Job, soziale Kontakte oder den Zugang zu wichtigen Informationen. Wer es sich leisten kann, abzuschalten, scheint sich von der „realen Welt“ zu entfernen.

Der Privilegierte Akt des Abschaltens

Philosoph Robert Mark Simpson weist jedoch darauf hin, dass der Ausstieg aus Social Media eine subversive Handlung sein kann. Anstatt zu glauben, dass Social Media unveränderlich ist, könnte der Verzicht ein Widerstand gegen ein System sein, das von unserer Zeit und Aufmerksamkeit profitiert. Wenn immer mehr Menschen sich entscheiden, ihre Profile zu deaktivieren, wird der Druck auf diejenigen verringert, die sich mit den Plattformen verbinden müssen, um zu überleben. Der wahre Luxus des Verzichts ist also nicht das einfache Abschalten, sondern die Freiheit, es zu tun – eine Freiheit, die nicht jedem zugänglich ist.

Der Preis des Bleibens

Die wahre „Kosten“ des Verbleibens auf Social Media sind hoch. Jaron Lanier, ein Tech-Kritiker, beschreibt Social Media als ein System, das uns süchtig macht und unser Verhalten manipuliert. Die Plattformen filtern gezielt Inhalte, um mehr Engagement zu generieren – oft durch negative oder polarisierende Beiträge. Diese Algorithmen tun alles, um unsere Aufmerksamkeit zu fangen und zu behalten. Wer also auf Social Media bleibt, zahlt einen Preis – nicht nur in Form von Zeit, sondern auch durch die Teilnahme an einem System, das uns ausnutzt

Quitting als Subversion

Der wahre Luxus des Ausstiegs liegt darin, sich aus diesem manipulativen System zu befreien. Durch den Verzicht auf Social Media gibt man nicht nur seine Zeit zurück, sondern entzieht sich aktiv der Logik der Plattformen. Es ist ein Akt der Selbstbestimmung – und vielleicht auch der sozialen Veränderung. Wenn genug Menschen sich für den Ausstieg entscheiden, könnte das die Macht der großen Plattformen herausfordern. Der Luxus des Verzichts ist letztlich eine Chance, die digitale Zukunft neu zu gestalten.

Fazit: Ein Akt der Freiheit

In einer Welt, in der Social Media scheinbar unverzichtbar geworden ist, ist der wahre Luxus die Fähigkeit, bewusst auszutreten. Es geht nicht nur darum, Offline-Zeit zu genießen, sondern darum, Kontrolle über die eigene digitale Existenz zurückzugewinnen. Wer Social Media verlässt, gibt sich nicht der Isolation hin – er oder sie schafft Raum für echte, bedeutungsvolle Verbindungen und lebt das eigene Leben nach eigenen Regeln.

Der Luxus des Verzichts ist der Luxus der Wahl – eine Entscheidung, die immer mehr Menschen für sich entdecken sollten.“

In der digitalen Gegenwart verschiebt sich unser Erfahrungsraum unmerklich, aber nachhaltig. Primäre Erfahrungen – das unmittelbare Spüren des eigenen Körpers, das Lesen von Blicken, das Verweilen in Stille – werden zunehmend von sekundären, vermittelten Erlebnissen überlagert. Das Leben ereignet sich nicht mehr nur; es wird gespiegelt, kommentiert, bewertet.

Studien legen nahe, dass diese permanente Außenreferenz die Selbstwahrnehmung verändern kann: Wer sich fortwährend im digitalen Vergleich verortet, verliert leichter den Kontakt zu inneren Zuständen. Besonders bei jungen Menschen zeigen sich Zusammenhänge zwischen intensiver Bildschirmnutzung und erhöhter Angst, Schlafstörungen oder diffuser Unruhe. Dabei ist nicht allein die Dauer entscheidend, sondern die Qualität der Nutzung, die eine Verbindung zu anderen schaffen sollte.

Was verloren zu gehen droht, ist weniger Aufmerksamkeit als Orientierung: das Wissen, wie es sich anfühlt, bei sich zu sein.

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