Profi Make-up Secrets: Polina Perminova’s Backstage Routine
Bevor ein Look auf dem Runway glänzt oder auf dem Red Carpet fotografiert wird, beginnt er oft in absoluter Stille – mit Struktur, Präzision und einem klaren System. Genau dort arbeitet Polina Perminova: backstage, konzentriert, schnell und mit einem kompromisslosen Blick fürs Detail.
Ihr Weg führte sie kürzlich nach Düsseldorf, wo sie sich in einem internationalen Make-up-Wettbewerb gegen mehr als 600 Bewerber:innen durchsetzen konnte und unter die Top 50 kam. Doch statt sich vom Glamour des Wettbewerbs blenden zu lassen, interessiert sie vor allem eines: die Realität hinter der Schönheit.
Training in Hamburg: Wenn 2,5 Stunden zu 30 Minuten werden
Vor dem Wettbewerb wurde intensiv gearbeitet – gemeinsam mit ihrer Mentorin Natalia Naida in Hamburg. Ein Look, der ursprünglich zweieinhalb Stunden dauerte, musste radikal reduziert werden.
Geschwindigkeit ohne Qualitätsverlust“
„Ich habe mein Model bestimmt zehnmal gebeten, ihr Gesicht zu waschen“, erzählt Polina mit einem Lächeln. „Bis alles wirklich in 30 Minuten funktioniert hat.“ Denn genau darin liegt die Challenge: Geschwindigkeit ohne Qualitätsverlust.
Hygiene als Beauty-Standard – nicht als Detail
Backstage ist für Polina Perminova eines sofort klar: Sauberkeit ist kein Extra, sondern Basis. „Ich bin da sehr streng“, sagt sie offen. „Das Erste, worauf ich achte, sind saubere Pinsel und ein hygienisches Arbeiten.“
Ihr Schnelltest ist simpel: ein weißes Tuch. Bleibt Rückstand zurück, wird erneut gewaschen. Pinsel werden nach jedem Einsatz gründlich gereinigt – nicht nur desinfiziert, sondern mit Wasser, Seife und professionellen Lösungen gewaschen. Dazu kommen konsequent Einwegprodukte wie Mascara-Wands oder Lippenapplikatoren.
Das Kit: Effizienz statt Chaos
In der Welt der Fashion Weeks zählt jede Sekunde. Polina Perminova arbeitet deshalb mit einem perfekt vorbereiteten System.
Ich packe mein Kit immer so, dass ich sofort starten kann. Alles ist nach Reihenfolge sortiert.“


Ihr Ablauf ist klar strukturiert:
- Hautpflege
- Teint
- Augen & Lippen
Diese Ordnung schafft Geschwindigkeit und Ruhe im Chaos.
Skin Prep: Der unterschätzte Luxus
Für Polina beginnt jeder Look gleich: mit Hautpflege.
„Egal ob Model, Braut oder Editorial: Ich starte immer mit Skin Prep“,
Reinigung, Toner, Serum, Feuchtigkeitspflege und Primer. Ihr Credo ist eindeutig: Gut gepflegte Haut ist kein Trend, sondern die Basis jedes guten Make-ups.
High & Low: Warum Luxus nicht alles ist
Polina arbeitet bewusst mit einer Mischung aus High-End- und erschwinglichen Produkten.
Mein Kit ist nicht nur Luxus – und das würde ich auch niemandem empfehlen“
Ein Beispiel: Eyeliner von Kiko Milano.„Er ist cremig, lässt sich gut verblenden und hält einfach.“
Für sie zählt Performance, nicht Preis. Besonders bei Produkten, die schnell aufgebraucht werden, ist das entscheidend.
Modernes Arbeiten: Depotting statt Übergepäck
Auch ihre Reisephilosophie hat sich verändert. Heute arbeitet Polina mit depottierte Produkten. „Früher habe ich große Flaschen mitgenommen, um zu beeindrucken“, sagt sie. „Heute weiß ich: Das ist unnötig.“
Ihr Ansatz ist klar: Ein depottetes Kit ist hygienischer, leichter und viel praktischer.
Der Wettbewerb: Zwischen Druck und Inspiration
Die Teilnahme in Düsseldorf brachte nicht nur Bewertung, sondern auch Begegnungen – unter anderem mit Größen der Branche wie der britischen Make-up-Artistin Val Garlandund , die für ihre avantgardistischen Runway- und Editorial-Looks weltweit bekannt ist, sowie der deutschen Make-up-Artistin Natascha Lindemann, die für ihre präzise, moderne Beauty-Ästhetik und ihre Arbeit in internationalen Kampagnen und Trainings geschätzt wird.

Trotzdem bleibt ein ehrliches Fazit:
„Für mich passiert die echte Magie nicht im Wettbewerb, sondern im Team“, sagt Polina. „Mit Fotograf:innen, Stylist:innen, Art Directors – wenn man gemeinsam eine Geschichte erschafft.“
Was bei Polina bleibt, ist kein Glamour-Spruch, sondern eine klare Haltung: Perfektion entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch Hygiene, Struktur, Erfahrung und durch die Fähigkeit, auch unter Druck ruhig zu bleiben. Oder anders gesagt: Backstage ist nicht der Ort hinter der Schönheit. Es ist der Ort, an dem sie entsteht.
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