Galerie OM: Berlin bekommt neue Bühne für Collectible Design
Berlin ist vieles: Projektionsfläche, Experimentierfeld, Bühne. Nun hat die Stadt eine neue Adresse für Collectible Design, das Möbel nicht nur als schöne Einzelstücke versteht, sondern als Teil einer größeren Erzählung. Mit der Galerie OM eröffnet ein Format, das Design weniger ausstellt als es in Beziehung setzt.
Am 28. Mai feierte die Galerie mit ihrer ersten Ausstellung „Partie Une“ die Eröffnung und markierte damit den Start einer neuen Plattform für Collectible Design und zeitgenössische Kulturformate.
Mit dabei sind Namen, die das Herz jeder Designliebhaberin schneller schlagen lassen: Pierre Chareau, Jean Prouvé, Jean Royère, Ettore Sottsass, Martin Margiela / Maison Martin Margiela, Fabio Novembre für Cappellini, Maarten Baas, Caroline Keslassy, Marten H. Anderson, Lorène Cavagna und Alex Joncas.

Die visuelle Sprache der Galerie ist geprägt von dunklen, rohen Materialien, Vintage-Möbeln und einer räumlichen Stimmung, die an 1970er-Jahre-Interieurs erinnert.

Auch das Programm denkt Design weiter als bloße Objektpräsentation. Neben Ausstellungen sollen Live-Performances, kuratierte Food-Erlebnisse und Sake Pairings Teil des Konzepts werden. Design wird hier nicht nur betrachtet, sondern als soziale und sinnliche Erfahrung verstanden. Das ist ein interessanter Gedanke in einer Zeit, in der Interior oft zur schnellen Instagram-Kulisse verkommt. Galerie OM setzt dagegen auf Nähe, Kontext und kleine, bewusst kuratierte Momente.
Gegründet wurde die Galerie OM von Moana Thies und Oscar Gröne. Die erste Schau wird von Creative Director Julian Zacharias Eide kuratiert. Eide, ursprünglich aus Schweden, verbindet als Interior Architect räumliche Gestaltung, Materialität und erzählerische Inszenierung.

Moana Thies kommt aus dem internationalen Kunst- und Designmarkt und sammelte Erfahrung auf Messen wie TEFAF New York, Salon Art + Design New York, Art Düsseldorf, Art Basel / Design Miami und Cologne Fine Art. Oscar Gröne studierte Kuratieren am Central Saint Martins in London und arbeitete im Private Art Advisory.
Nach Berlin soll die Galerie OM künftig auch in Paris und Mailand präsent sein. Der Auftakt in Berlin wirkt dabei wie ein bewusst gesetztes Statement: Collectible Design darf wieder geheimnisvoller werden. Persönlicher. Dunkler.
Vielleicht ist genau das der interessanteste Luxusmoment daran: Galerie OM verkauft nicht nur Designobjekte. Sie verkauft die Idee, dass Räume wieder etwas auslösen sollen und persönliche Geschichten von Entdeckungsreisen erzählen.
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