So wird „Skin Fitness“ 2026 deine neue Routine: eine Dermatologin erklärt

Wer über Hautverjüngung spricht, denkt oft an schnelle Eingriffe und sofort sichtbare Effekte. Dr. Marie-Theres Kasimir denkt anders. Die Wiener Fachärztin für Dermatologie – mit zusätzlichem Hintergrund in der Herzchirurgie – betrachtet die Haut nicht als Oberfläche, sondern als biologisches System, das trainiert, stimuliert und langfristig gestärkt werden kann.

In ihrer Praxis im Ordinationszentrum Döbling verfolgt sie einen Ansatz, der medizinische Präzision mit ästhetischem Feingefühl verbindet. Unter dem Begriff Skin Fitness entwickelt sie individuell abgestimmte Behandlungspläne, die moderne Verfahren wie Morpheus8, Microneedling, PRP, Skinbooster, Filler und Laser sinnvoll kombinieren. Ergänzend werden passende Pflegeprodukte eingesetzt, um unter anderem freie Radikale zu bekämpfen, die Hautbarriere und das Mikrobiom zu stärken sowie Feuchtigkeit zu spenden.

Skin Fitness bezeichnet damit einen ganzheitlichen, medizinisch fundierten Ansatz in der Dermatologie, der darauf abzielt, die natürlichen Regenerations- und Reparaturmechanismen der Haut gezielt zu stimulieren, um die Hautqualität, ihre Widerstandsfähigkeit und ihre Schutzfunktion nachhaltig zu erhalten. Im Unterschied zu klassischen Beauty-Trends geht es bei Skin Fitness nicht um kurzfristige Effekte, sondern um individuelle Behandlungspläne, die tiefere Hautschichten erreichen und körpereigene Prozesse wie die Kollagenstimulation aktivieren.

Für Dr. Kasimir ist ästhetische Medizin also kein Quick Fix – sondern ein Trainingsplan für die Haut. Wir haben die Dermatologin über die Hintergründe des „Skin-Fitness“-Ansatzes befragt.

Skin Fitness – Was steckt hinter dem Begriff und warum ist dieser Ansatz medizinisch sinnvoller als klassische Beauty-Trends?

Unser gesamter Körper unterliegt naturgemäß dem Alterungsprozess – und die Haut, als größtes und sichtbarstes Organ, spiegelt das nach außen wider. Skin Fitness bedeutet für mich, die Regenerations- und Reparaturmechanismen der Haut gezielt und nachhaltig zu stimulieren, um ihre Qualität, Widerstandsfähigkeit und Schutzfunktion langfristig zu erhalten. Skin Fitness unterscheidet sich von klassischer Hautpflege oder kurzfristigen Beauty-Trends dadurch, dass medizinische Behandlungen tiefe Hautschichten erreichen und dort hauterneuernde Prozesse wie die Kollagenstimulation aktivieren, was oberflächlich angewandte Produkte oder Behandlungen nicht schaffen. Alle biostimulierenden Behandlungen sind Teil meines individuellen und ganzheitlichen Rejuvenation-Plans. Hautpflegeprodukte lassen sich ergänzend und auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt kombinieren, um die Haut unter anderem vor freien Radikalen zu schützen, die Hautbarriere und das Mikrobiom zu stärken und Feuchtigkeit zu spenden.

Skin Fitness Beauty 2026
© Nastya Nastya | Dupe

Gibt es eine Art „Fitnesstest“ für die Haut – wie wird der Ist-Zustand analysiert?

Es gibt Hautanalyse-Geräte mit Kameras. Für einen erfahrenen Dermatolog:innen ist es meist auch ohne ein solches Tool eindeutig, welche Behandlung sich für welchen Patienten bzw. welche Patientin eignet sich gut? Das richtet sich nach individuellen Faktoren wie etwa dem Alter, dem Hauttyp und dem Lebensstil; dazu zählen auch epigenetische Faktoren, UV-Strahlung, Rauchen sowie individuelle Merkmale.

Wie verändert sich der Ansatz in dermatologischen Praxen – weg von schnellen Lösungen, hin zu kontinuierlicher Betreuung?

Wie auch bei körperlichen Fitnesszielen bzw. beim Training gilt: Es gibt keine schnellen Lösungen. Um langfristige und dauerhafte Ergebnisse zu erzielen, muss man dranbleiben. Behandlungskonzepte wie Skin Fitness stehen genau für das: Kontinuität und individuell zusammengestellte, optimal aufeinander abgestimmte Treatments. Das sorgt für nachhaltige Ergebnisse.

Welche Behandlungen sind wissenschaftlich fundiert und tragen messbar zur Hautfitness bei?

Medizinisches Microneedling, die Kombination aus Radiofrequenz und tiefem Microneedling (Morpheus8), Laser, medizinisch-kosmetische Peelings, Botulinumtoxin A, Skinbooster wie Profhilo oder Belotero Revive, PRP (plättchenreiches Plasma aus Eigenblut), Dermafiller wie Calciumhydroxylapatit (Radiesse) oder Poly-L-Milchsäure (Sculptra) sind wissenschaftlich fundiert und verbessern bewiesenermaßen die Hautstruktur und -qualität. Polynukleotide und Exosomen sind erst kurz auf dem Markt; ich persönlich habe noch zu wenig wissenschaftliche Daten zur Evidenz.

Beauty Skin Fitness
© Thais Varela | Unsplash

Was können Patient:innen selbst im Alltag tun – die wichtigsten Do’s & Don’ts für gesunde Haut in jedem Alter?

Konsequente Reinigung und Pflege mit Produkten, die dem persönlichen Hauttyp entsprechen: Ein hochwertiges Vitamin-C-Serum und – bei guter Verträglichkeit – Retinol oder Retinal sowie täglicher Sonnenschutz. Nicht rauchen, keine exzessive und unkontrollierte UV-Exposition und auch nicht überpflegen – denn auch das stresst die Haut und kann zu Irritationen und einer Verschlechterung des Hautbildes führen.

Rolle von Selfcare, Schlaf und Stressmanagement – oft unterschätzt?

Ein ausgewogener Lebensstil wirkt sich auf die Gesundheit im Allgemeinen und natürlich auch auf die Haut aus. Bewusste Ernährung, ausreichend Schlaf und ein gesunder Umgang mit Stress fördern unser Wohlbefinden und können zu einem ausgeruhten, vitalen Erscheinungsbild beitragen. Als Dermatologin erachte ich vor allem Rauchen und unkontrollierte UV-Bestrahlung als Stressfaktoren für die Haut, die zu vermeiden sind.

© Cora Pursley | Dupe

Wie beeinflusst die jahreszeitliche Umstellung die Bedürfnisse unserer Haut?

Im Winter sind es trockene Heizungsluft, niedrigere Luftfeuchtigkeit und Kälte, die unsere Haut beeinflussen. Eventuell ist je nach Hauttyp eine reichhaltigere Pflege vonnöten, etwa mit ceramidhaltigen Cremes. Aber Vorsicht: nicht überpflegen – das kann die Haut irritieren, reizen und bis hin zu perioraler Dermatitis führen.

Welche Mythen über Hautalterung halten sich hartnäckig?

Sind viele Produkte, eine Hautpflegeroutine mit bis zu zehn Schritten und sogenanntes „Skincare Layering“ gut für die Haut und sorgen für Jugendlichkeit und Frische? Das ist ein Mythos. Überpflege kann die Hautbarriere stören, zu Irritationen wie Rötungen, Unreinheiten oder Trockenheit führen oder zu perioraler Dermatitis mit Bläschen um Mund, Nase oder Augen. Sonnenschutz nur beim Sonnenbaden? Ebenfalls ein Mythos. Sonnenschutz schützt unsere Haut nicht nur vor UV-Bestrahlung und senkt dadurch das Risiko für Sonnenschäden oder Hautkrebs, sondern beugt auch vorzeitiger Hautalterung vor. Sonnenschutz sollte daher täglich (etwa in Form einer Tagescreme mit LSF) aufgetragen werden, nicht nur am Strand.

Hautpflege Neurodermatitis
Unser größtes Organ ist die Haut. Ist sie gestört, kann das auch unser psychisches Wohlbefinden beeinträchtigen. | Foto: Unsplash / Edu Bastidas

Wie sieht die ästhetische Medizin in Zukunft aus?

In der ästhetischen Medizin und Dermatologie steht Individualität seit jeher im Mittelpunkt. Mein „Skin Fitness“-Konzept steht jetzt für individuelle, aufeinander abgestimmte Behandlungen und ich werde auch künftig auf personalisierte, ganzheitliche Konzepte setzen, die moderne Technologien sinnvoll integrieren. Entscheidend ist dabei nicht das Folgen von Trends, sondern eine klare Ausrichtung an evidenzbasierter Medizin und an langfristiger Hautgesundheit.

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