Wiens 5 beste Hotel-Lobbys als Alternativen zum Homeoffice

Der Küchentisch hat ausgedient – zumindest für einen Tag. Wer konzentriert arbeiten, Kund:innen treffen oder zwischen zwei Terminen produktiv bleiben möchte, findet in den Hotellobbys Wiens eine stilvolle Alternative zum Homeoffice.

Die Hotellobby wird das Homeoffice nicht ersetzen. Sie kann aber genau jene Lücke schließen, die zwischen Küchentisch, Café und klassischem Arbeitsplatz entstanden ist. Sie bietet Anonymität, ohne einsam zu wirken, Service, ohne dafür einen ganzen Büroapparat zu benötigen, und ausreichend Öffentlichkeit, um berufliche Gespräche unkompliziert in den Tagesablauf einzubauen.

Das klassische Büro hat für hybrid arbeitende Beschäftigte und Selbstständige an Bedeutung verloren. Gearbeitet wird dort, wo es gerade in den Tagesablauf passt: vor einem Kund:innentermin, zwischen zwei Meetings oder während einiger freier Stunden in der Innenstadt.

Damit rücken sogenannte Third Places in den Fokus. Gemeint sind Orte, die weder das eigene Zuhause noch das Büro sind, aber dennoch Raum für Arbeit, Austausch und Begegnung bieten. Neben Cafés und Coworking-Spaces übernehmen zunehmend auch Hotellobbys diese Funktion.

Den Anlass für einen genaueren Blick auf diese Entwicklung bietet das Kimpton Main Frankfurt. In Kooperation mit der Coworking-Plattform ATworld öffnet das Hotel seine Lobby für externe Nutzer:innen, die dort stundenweise oder den ganzen Arbeitstag über arbeiten können. Was in Frankfurt offiziell buchbar ist, funktioniert in Wien vielerorts bereits informell – bei Kaffee, Frühstück, Lunch oder einem Afterwork-Drink.

Warum sind Wiener Hotellobbys eine gute Alternative zum Homeoffice?

Ein Ortswechsel allein kann bereits helfen, den Tag neu zu strukturieren. Statt sich morgens wieder an denselben Tisch zu setzen, sorgt eine andere Umgebung für neue Eindrücke und eine deutlichere Trennung zwischen Arbeit und Privatleben.

Bequeme Sitzmöbel, Klimatisierung, gastronomisches Angebot und ein meist aufmerksamer Service gehören zur Grundausstattung. Viele Häuser verfügen außerdem über separate Salons, Konferenzräume oder kleinere Meetingbereiche, falls ein informelles Gespräch zu einem vertraulichen Termin wird.

Die 5 besten Hotellobbys zum Arbeiten in Wien

1. The Hoxton, Vienna: Für Ideen, Austausch und kreative Arbeit

Das Hoxton in der Nähe des Stadtparks gehört zu jenen Hotels, deren Lobby von Anfang an nicht nur als Durchgangsraum konzipiert wurde. Der zweigeschossige Bereich mit Travertin, Terrazzo, Pflanzen, Sofas und unterschiedlichen Sitzgruppen sowie Coffee-Table-Books wirkt wie ein urbanes Wohnzimmer.

Hoxton Vienna Arbeiten in der Lobby
Das Hoxton Vienna bietet verschiedene Rückzugsorte im Hotel. Einer davon: Die Lobby im 50er-Jahre-Stil, die unter Denkmalschutz steht.

Gerade für kreative Aufgaben, kurze Besprechungen oder einen Arbeitstag, an dem im Hintergrund etwas Bewegung willkommen ist, bietet das Hoxton die passende Atmosphäre. Durch die Nähe zu Wien Mitte (U4 und U3), zum Stadtpark (U4) und zur Innenstadt eignet es sich außerdem als Zwischenstation vor oder nach einem Termin.

Die Lobby ist allerdings belebt und kommunikativ – für hochkonzentrierte Arbeit oder vertrauliche Telefonate sollte man einen ruhigeren Platz wählen.

2. Park Hyatt Vienna: Arbeiten in Ruhe und angenehmer Kühle

Das Park Hyatt am Hof ist eine gute Adresse für Tage, an denen Ruhe, Diskretion und ein repräsentativer Rahmen gefragt sind. Besonders angenehm ist die gedämpfte, eher dunkle Atmosphäre in Teilen des Hauses. Hinzu kommt eine zuverlässige Klimatisierung – im Wiener Hochsommer ein Argument, das nicht unterschätzt werden sollte. Und wer noch mehr Kälte während einer Hitzewelle mag: Die High-Tech-Cryo-Kammern im Spa sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Für einen Kaffee oder ein ruhiges Gespräch stehen mehrere gastronomische Bereiche zur Verfügung. Die Lounge bietet lediglich 34 Plätze und ist für Frühstück, Nachmittagskaffee, kleine Gerichte sowie Wein oder Champagner am Abend konzipiert. Im Haus befinden sich darüber hinaus The Bank Brasserie & Bar und das Café Am Hof.

3. Anantara Palais Hansen Vienna: Helle Lobby und fließender Übergang zum Abend

Im Anantara Palais Hansen Vienna an der Ringstraße wirkt alles anders. Die Lobby ist großzügig, hell und von hohen Decken sowie einem verglasten Innenbereich geprägt, der eine „Stadt in der Stadt“ ist. Dadurch eignet sie sich besonders gut für Gespräche, die professionell sein sollen, aber nicht nach einem klassischen Konferenzraum aussehen dürfen.

Anantara Wien in der Lobby arbeiten

THEO’s Lounge & Bar ist täglich von morgens bis Mitternacht geöffnet und bietet neben Getränken auch kleine Speisen an. Von Donnerstag bis Samstag findet dort Livemusik statt.Tagsüber lässt sich hier gut ein Kaffee-Meeting vereinbaren, am Abend wird aus demselben Ort eine Bar mit ausgezeichneten Drinks. Perfekt für Afterwork!

4. Ritz-Carlton Vienna: Arbeiten und Meetings an der Ringstraße

Das Ritz-Carlton Vienna eignet sich vor allem für Arbeitstage, an denen zwischen zwei Terminen einige E-Mails beantwortet werden müssen oder ein Gespräch einen eleganten, jedoch nicht allzu förmlichen Rahmen braucht. Das Hotel liegt zentral an der Ringstraße, nur wenige Gehminuten vom Stadtpark und der Innenstadt entfernt, und lässt sich so gut als Zwischenstation für einen vollen Tag integrieren.

Ganz in der amerikanischen Tradition der Ritz-Carlton-Häuser ist das Hotel selbstverständlich angenehm klimatisiert. Gerade während sommerlicher Hitzewellen wird es damit zu einer willkommenen Adresse, um den Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke für eine Weile zu entkommen, den Laptop aufzuklappen und in gepflegter Atmosphäre eine konzentrierte Verschnaufpause einzulegen.

Der Vorteil des Ritz-Carlton zeigt sich spätestens nach dem letzten Termin: Mit der D-bar, der Pastamara – Bar con Cucina und der saisonal geöffneten Atmosphere Rooftop Bar gibt es mehrere Möglichkeiten, den Arbeitstag direkt vor Ort ausklingen zu lassen. Besonders die Dachterrasse im achten Stockwerk eröffnet einen weiten Blick über Wien und macht aus dem abschließenden Business-Drink beinahe von selbst ein Afterwork-Treffen.

5. Wilde Vienna Fleischmarkt: Das neue Wohnzimmer des 1. Bezirks mit Homeoffice-Flair

Das neu eröffnete Wilde Vienna am Fleischmarkt bringt einen weiteren, weniger förmlichen Third Place in den ersten Bezirk. Das Aparthotel befindet sich in einem rund 300 Jahre alten Gebäude, das früher als Postamt genutzt wurde und nun endlich auch diese Seite der Wiener Innenstadt mit Leben erfüllt. Im Erdgeschoss liegen Oscar’s Café und Weinbar sowie das Restaurant Rascal, über das wir schon berichtet haben.

Restaurant Rascal, Foto: WILDE Aparthotels
Restaurant Rascal, Foto: WILDE Aparthotels

Besonders interessant ist das offene Raumkonzept: Rezeption, Restaurant, Lounge und Co-Working-Bereiche gehen ineinander über. Eine Hotelkritik beschreibt die Lobby weniger als klassischen Empfangsbereich als lebendiges Wohnzimmer der Stadt.

Damit eignet sich Wilde gut für einen unkomplizierten Arbeitstermin, eine längere Kaffeepause mit Laptop oder ein Treffen, das bewusst nicht nach einem Businesshotel wirkt. Die zentrale Lage nahe dem Stephansplatz macht das Haus außerdem zu einer praktischen Basis für mehrere Termine.

Weitere Wiener Adressen für eine Alternative zum Homeoffice

Wer einen tatsächlich dafür vorgesehenen Arbeitsplatz benötigt, findet in Wien inzwischen mehrere Hotelkonzepte, die Hospitality und Coworking ausdrücklich miteinander verbinden.

Hotel Schani

Das Hotel Schani am Hauptbahnhof gilt als eines der ersten Beispiele für Coworking im Hotel in Wien. In der Lobby wurden eigene Arbeitsplätze sowie ein Konferenzraum eingerichtet. Das Angebot richtet sich sowohl an Hotelgäste als auch an externe Coworker:innen.

Praktisch ist vor allem die Lage: Wer mit dem Zug ankommt, einen Termin im Sonnwendviertel hat oder vor der Weiterreise einige Stunden produktiv nutzen möchte, findet hier eine funktionale Lösung.

Zoku Vienna

Zoku am Wiener Prater verbindet Apartmenthotel, Coworking, Meetingräume, Restaurant und Dachterrasse. Das Konzept ist weniger eine klassische Hotellobby als vielmehr ein Hybrid aus Wohnen, Arbeiten und sozialem Austausch.

Für einen vollen Arbeitstag ist Zoku daher besser geeignet als viele Luxus-Lobbys. Auch Teamtermine oder kleine Workshops lassen sich leichter organisieren.

Als Tipp gilt natürlich auch die Terrasse am Dach, die einen Ausblick über den Prater mit seinen vielen Fahrgeschäften bietet, die in der Nacht bunt funkeln und besonders an lauen Sommerabenden den Afterwork atmosphärisch untermalen.

The Social Hub Vienna

The Social Hub Vienna in der Nordbahnstraße im 2. Wiener Gemeindebezirk (über den Praterstern erreichbar) kombiniert Hotel, studentisches Wohnen, Coworking und Veranstaltungsbereiche. Das Haus positioniert sich bewusst als Ort für Community, Networking und längere Arbeitsaufenthalte.

Die Atmosphäre ist jünger und lebhafter als in den Häusern im ersten Bezirk. Wer große Tische, unkomplizierte Arbeitsbereiche und Austausch sucht, ist hier gut aufgehoben und kann verschiedene Stundenpakete buchen.

25hours Hotel beim MuseumsQuartier

Im 25hours Hotel beim MQ lassen sich informelle Gespräche, Essen und Arbeiten gut miteinander verbinden. Der Dachboden wird vom Hotel als Bar, Rückzugsort und Treffpunkt beschrieben, der tagsüber auch für Arbeit und Zusammenkünfte genutzt werden kann. Zusätzlich gibt es eigene Workshop- und Meetingräume, teilweise mit Terrasse oder Blick auf den Weghuberpark.

Ruby Workspaces

Ruby Wien bietet in Wien eigene Arbeitsbereiche mit Hot Desks, privaten Büros, Gemeinschaftstischen und Meetingräumen. Das neue Ruby Paul in der ehemaligen Post am Fleischmarkt im 1. Wiener Gemeindebezirk vereint diese Funktionen mit einer historischen Innenstadtadresse.

Damit ist Ruby weniger ein Geheimtipp für einen Kaffee mit dem Laptop als vielmehr eine planbare Alternative für Menschen, die einen vollwertigen Arbeitsplatz benötigen.

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