Zwischen Brotdose und Businessplan: Was es heißt, als Mutter groß zu träumen
Es ist 6:40 Uhr. Ich sitze mit meinem Laptop am Küchentisch, beantworte E-Mails und versuche gleichzeitig, eine Jause für den Kindergarten hinzubekommen, die gesund ist, gut aussieht und im besten Fall auch gegessen wird. Zwischen Gurkenscheiben, Brotdosen und verstreuten Gedanken frage ich mich, wie viele Dinge man eigentlich gleichzeitig jonglieren kann.
Und dann gibt es andere Tage. Tage, an denen die To-do-Liste liegen bleibt, wir stundenlang spielen, Geschichten erzählen, auf dem Spielplatz sind oder einfach gemeinsam lachen. Tage, an denen die Arbeit auf sich warten lässt und die Kinder den Ton angeben.

Lange Zeit dachte ich, ich müsste jeden Tag alles gleich gut schaffen. Die perfekte Mutter sein. Die engagierte Unternehmerin. Die zuverlässige Freundin. Die Organisatorin des Familienalltags. Die Frau, die niemals etwas vergisst und immer alles im Griff hat.
Heute weiß ich: So funktioniert es nicht.
Ich habe zwei Kinder und baue gerade ein neues Business auf. Eine aufregende Zeit voller Ideen, Pläne und Möglichkeiten. Aber auch eine Zeit, die mich fordert. Es gibt Tage, an denen ich voller Energie bin, Konzepte entwickle, Texte schreibe und das Gefühl habe, dass alles möglich ist. Und dann gibt es jene, an denen die unbeantworteten E-Mails mehr werden, Termine verschoben werden müssen und ich mich frage, ob ich wirklich allem gerecht werde.
Surprise: Wahrscheinlich nicht.
Ich habe aber verstanden, dass Balance nicht bedeutet, jeden Tag alles perfekt unter einen Hut zu bekommen. Balance bedeutet, dass sich Prioritäten verändern dürfen. An manchen Tagen bekommen meine Kinder mehr Zeit und Aufmerksamkeit. An anderen Tagen braucht mein Business mehr von mir. Manchmal verbringe ich den Nachmittag eher auf dem Spielplatz, manchmal eher vor dem Bildschirm. Und meist ist beides chaotisch.
Was mich immer wieder erdet, sind meine Kinder. Für sie bin ich nicht die Frau mit der längsten To-do-Liste. Nicht die Businessfrau. Nicht diejenige, die versucht, alles zu organisieren.
Für sie bin ich einfach Mami. Und sie sind meine größten Fans. Sie freuen sich über gemeinsame Zeit, über ein Spiel am Wohnzimmerboden, über einen spontanen Ausflug oder darüber, dass ich Ihnen am Abend vorm Schlafengehen noch einen Bussi aufdrücke.

Kinder haben diese wunderbare Fähigkeit, uns daran zu erinnern, worauf es wirklich ankommt.
Ab und an glaube ich, wir Frauen machen uns das Leben unnötig schwer. Wir wollen alles schaffen, alles richtig machen und dabei möglichst niemanden enttäuschen. Wir planen, organisieren, koordinieren und tragen unzählige Ideen im Kopf. Und dabei vergessen, manchmal kurz innezuhalten und das Leben zu genießen.
Dabei dürfen wir uns eingestehen, dass wir nicht alles alleine schaffen müssen. Wir dürfen Pausen machen. Wir dürfen Hilfe annehmen. Wir dürfen um Unterstützung bitten.
Und wir dürfen akzeptieren, dass manche Tage einfach nicht nach Plan verlaufen. Das ist kein Versagen. Das nennt man echtes Leben.
Erfolg bedeutet für mich, am Ende des Tages das Gefühl zu haben, dass genug da war: genug Zeit für die Menschen, die ich liebe, genug Raum für meine Träume und genug Momente, die mich daran erinnern, warum ich all das überhaupt mache.
Ich denke, das ist die schönste Form von Selbstverwirklichung: sich ein Leben aufzubauen, das Platz für Ambitionen hat, ohne die kleinen Augenblicke aus den Augen zu verlieren.
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